Rivian R2 startet in den USA: So fällt der günstigere Elektro-SUV aus

Rivian hat am 9. Juni 2026 mit den öffentlichen Auslieferungen des R2 in den USA begonnen. Das ist ein wichtiger Schritt für die Marke: Bisher drehte sich die Modellpalette um die größeren und teureren R1T und R1S, und der R2 soll Rivian Käufer bringen, die einen fünfsitzigen Elektro-SUV mit kompakteren Abmessungen suchen. Den Start der Auslieferungen meldete das Unternehmen in der offiziellen Pressemitteilung.
Doch ein „günstiger Rivian“ bedeutet vorerst noch keinen billigen Rivian auf dem Hof. Als Erstes geht der R2 Performance mit Launch-Paket an die Kunden - also die stärkste und teuerste Version der Reihe. Einfachere Varianten folgen später, der Basis-R2 Standard ist erst für 2027 angekündigt.
Was genau auf den Markt kommt
Die öffentlichen Auslieferungen haben in den USA begonnen, und die ersten Fahrzeuge sind für frühe Reservierungsinhaber bestimmt. Rivian hat bisher keine Termine für den Verkauf des R2 in Europa genannt. Der Start ist daher nicht als Beginn einer weltweiten Verfügbarkeit des Modells zu verstehen.
Der R2 ist ein mittelgroßer fünfsitziger SUV mit 4,72 m Länge. Er ist deutlich kompakter als der R1S, behält aber die typischen Rivian-Merkmale: hohe Karosserie, vorderer Kofferraum, praktischer Innenraum und einen Fokus auf Fahrten abseits des Asphalts. Aktuelle Daten und Ausstattungen veröffentlicht der Hersteller auf der offiziellen R2-Seite.
Versionen, Preise und Daten
Nachfolgend die Angaben von Rivian für den US-Markt. Die Preise verstehen sich vor Steuern und Gebühren, und die Reichweite ist eine vorläufige Herstellerangabe nach dem EPA-Zyklus, kein endgültiges zertifiziertes Ergebnis.
Version | Status in den USA | Ab Preis | Antrieb und Leistung | 0-60 Meilen/h | Angegebene Reichweite |
R2 Performance | Ab sofort verfügbar | 57 990 US-Dollar | Zwei Elektromotoren, Allradantrieb, 656 PS | 3,6 s | Bis zu 330 Meilen, rund 531 km |
R2 Premium | Ende 2026 | 53 990 US-Dollar | Zwei Elektromotoren, Allradantrieb, 450 PS | 4,6 s | Bis zu 330 Meilen, rund 531 km |
R2 Standard | 2027 | 44 990 US-Dollar | Ein Elektromotor, Hinterradantrieb, 350 PS | 5,9 s | Bis zu 275 Meilen, rund 442 km |
Für den Standard sind eine reichweitenstärkere Hinterradantriebs-Version und ein zweimotoriger Allradantrieb vorgesehen, Rivian hat deren vollständige Daten aber noch nicht veröffentlicht. Der wichtigste Punkt für Käufer ist einfach: Der R2 startet derzeit nicht bei 44 990, sondern bei 57 990 US-Dollar.
Alltagstauglichkeit: mehr als nur Beschleunigung
Der R2 hat 24,4 cm Bodenfreiheit, 25° Böschungswinkel vorn, 26° hinten und 20,6° Rampenwinkel. Diese Werte machen ihn nicht zu einem Geländewagen mit Leiterrahmen und Untersetzung, erklären aber, warum die Marke den R2 nicht als gewöhnlichen Stadt-SUV einordnet.

Im Innenraum gibt es zwei Sitzreihen und eine im Verhältnis 40/20/40 umklappbare Rückbank. Das gesamte Stauvolumen inklusive vorderem und hinterem Kofferraum liegt bei rund 2 550 l. Bei den Versionen Premium und Performance gibt es eine absenkbare Heckscheibe: Damit lassen sich lange Gegenstände transportieren, ohne die gesamte Heckklappe öffnen zu müssen.
Im Performance arbeitet ein halbaktives Fahrwerk, dazu kommen 21-Zoll-Räder, Abschleppösen und ein erweiterter Satz Geländemodi. Der Premium ist zurückhaltender abgestimmt: Auch hier gibt es zwei Motoren und Allradantrieb, aber weniger Leistung, und ein halbaktives Fahrwerk ist nicht als Serienausstattung genannt.
Laden und reale Einsatzregion
Alle R2 erhalten einen NACS-Anschluss. Rivian gibt an, dass sich der Akku an einer geeigneten DC-Schnellladestation unter optimalen Bedingungen in weniger als 30 Minuten von 10 auf 80 % laden lässt. In den USA und Kanada eröffnet das den Zugang zum Tesla-Supercharger-Netz: Auf der Modellseite ist von mehr als 21 000 kompatiblen Stationen die Rede.

Dieser Vorteil bei der Infrastruktur ist vor allem für Nordamerika relevant. Für Europa und erst recht für Märkte, in denen Rivian nicht offiziell verkauft, löst er weder Service noch Garantie, Ersatzteilversorgung oder die lokale Kompatibilität der Ladehardware.
Fahrerassistenz: Was Autonomy+ kann
Für den R2 ist das Paket Autonomy+ erhältlich. Es umfasst die Funktion Universal Hands-Free: Das System kann das Fahrzeug auf Straßen mit klarer Markierung in den USA und Kanada ohne Hände am Lenkrad führen. Rivian weist jedoch ausdrücklich darauf hin, dass der Fahrer die Situation überwachen muss und dass das System das Auto weder vor Ampeln noch vor Stoppschildern anhält. Die Beschreibung der Einschränkungen und verfügbaren Funktionen findet sich auf der offiziellen Rivian-Autonomy+-Seite.

Das ist ein Fahrerassistent, kein autonomes Fahren. Den R2 sollte man nicht an Versprechen künftiger Software-Updates messen: Wichtiger sind die Funktionen, die in der konkreten Version und in der konkreten Region zum Kaufzeitpunkt verfügbar sind.
Was die ersten Testfahrten zeigten
Die ersten journalistischen Tests wurden mit dem R2 Performance gefahren. Gelobt werden dort das ruhige Fahrwerk auf Asphalt, die geräumige zweite Reihe, die praktische Kofferraumaufteilung und das sichere Verhalten auf leichtem Gelände. Kritisch angemerkt wird, dass das Panoramadach keine serienmäßige Sonnenblende hat und ein Teil der Funktionen weiterhin über den Zentralbildschirm läuft.
Diese Eindrücke lassen sich nicht vollständig auf die künftigen Premium- und Standard-Versionen übertragen. Leistung, Modi, Räder und Ausstattung unterscheiden sich, deshalb muss der Charakter der günstigeren Varianten noch separat bewertet werden.
Fazit
Der Rivian R2 kommt nicht als günstiges Elektroauto auf den Markt, sondern als kompaktere Alternative zum R1S mit der für die Marke typischen Alltagstauglichkeit und offroadorientierten Auslegung. Für amerikanische Käufer, die bereit sind, für die Performance-Version zu zahlen, ist das Modell derzeit am interessantesten.
Für alle, die auf einen erschwinglichen R2 warten, kommt der eigentliche wichtige Teil später: Premium soll Ende 2026 folgen, und der Standard mit einem Startpreis ab 44 990 US-Dollar im Jahr 2027. Bis dahin ist es verfrüht, die Modellreihe am Startmodell zu messen: Es zeigt die Möglichkeiten der Plattform, nicht ihren künftigen Einstiegspreis.










