
Am 2. September 2026 stellte Polestar den Polestar 4 SUV vor – eine zweite Karosserievariante seines Modells 4. Es handelt sich nicht um ein neues Fahrzeug mit einer anderen Plattform, sondern um eine praktischere Alternative zum Polestar 4 Coupé. Die wichtigste Änderung zeigt sich am Heck: Der SUV hat eine geradere Dachlinie, eine aufrechte Heckklappe und eine herkömmliche Heckscheibe.

Der Name kann zunächst irritieren: Der ursprüngliche Polestar 4 war bereits ein großer Elektro-Crossover. Beim Coupé fallen das Dach stärker ab und die Heckscheibe fehlt – statt in einen herkömmlichen Rückspiegel blickt der Fahrer auf das Bild einer Kamera. Die SUV-Version richtet sich an alle, denen Kofferraum, Kopffreiheit im Fond und ein vertrauter Blick nach hinten wichtiger sind. Polestar gibt die ursprüngliche Idee des Polestar 4 damit nicht auf, sondern macht dieselbe Technik im Alltag praktischer.
Zeitplan: von der Ankündigung bis zu den ersten Auslieferungen
Am 7. Juli 2026 bestätigte Polestar den Namen Polestar 4 SUV und teilte mit, dass der Verkauf am 2. September beginnen soll. Zum Verkaufsstart veröffentlichte die Marke die technischen Daten. Die Serienproduktion im südkoreanischen Busan begann im zweiten Quartal 2026; die ersten Kundenauslieferungen sind für das vierte Quartal geplant. Diese Termine nennt Polestar in der Mitteilung vom Juli und in der vollständigen Pressemitteilung vom 2. September.
Der Verkaufsstart bedeutet nicht automatisch, dass die Fahrzeuge in allen Ländern bei den Händlern stehen. Polestar spricht von einer Verfügbarkeit in den meisten eigenen Märkten, veröffentlicht in dieser Mitteilung jedoch keinen einheitlichen Lieferplan für jede Region. Bestellfristen und Preise sollten daher auf der lokalen Website der Marke geprüft werden.
Was genau praktischer geworden ist
Beim Polestar 4 SUV ist der hintere Karosseriebereich höher und gerader ausgeführt. Das bringt zwei klare Vorteile: Über den Köpfen der Fondpassagiere stehen 2,5 cm mehr Raum zur Verfügung, und der Kofferraum lässt sich durch seine Form besser nutzen. Ein herkömmlicher Rückspiegel gehört zur Serienausstattung; der digitale Spiegel mit Kamera bleibt eine Option für alle, die einen größeren Blickwinkel benötigen, auch bei voll beladenem Kofferraum.

Änderung beim Polestar 4 SUV | Praktische Bedeutung |
|---|---|
Geradere Dachlinie und aufrechte Heckklappe | Mehr Kopffreiheit im Fond und ein bequemerer Zugang zum Kofferraum |
Heckscheibe und herkömmlicher Rückspiegel | Vertrauter Blick nach hinten, ohne zwingend eine Kamera nutzen zu müssen |
530 l bis zu den Rückenlehnen der zweiten Sitzreihe; 655 l bei Beladung bis zum Dachhimmel | Hohes Gepäck lässt sich leichter unterbringen, nicht nur flache Gegenstände |
1 665 l bei umgeklappten Rücksitzlehnen im Verhältnis 60:40 | Mehr Möglichkeiten für den Transport langer und sperriger Gegenstände |
Dachreling mit einer zulässigen dynamischen Last von bis zu 100 kg | Ein Dachträger oder Halterungen für Sportausrüstung können innerhalb der Herstellervorgaben genutzt werden |
Die neue Version verfügt außerdem über einen vorderen Kofferraum. Polestar nennt für das vordere und hintere Gepäckabteil zusammen 1 680 l. Für den Alltag sind jedoch das Volumen des Hauptkofferraums und die Form der Öffnung wichtiger. Das hohe, kombiähnliche Heck ist hier entscheidender als der rein optische Unterschied in der Silhouette.
Die Technik bleibt vertraut
Der Polestar 4 SUV basiert wie das Polestar 4 Coupé auf derselben SEA-Architektur. Angeboten werden zwei Antriebsvarianten und eine Batterie mit einer Kapazität von 100 kWh. Der Basisantrieb Rear motor leistet 200 kW (272 PS) und 343 N⋅m; die Version Dual motor mit Allradantrieb kommt auf 400 kW (544 PS) und 686 N⋅m.
Rear motor: bis zu 630 km nach WLTP und eine Beschleunigung von 0–100 km/h in 7,3 Sekunden;
Dual motor: bis zu 600 km nach WLTP und eine Beschleunigung von 0–100 km/h in 3,9 Sekunden;
Gleichstromladen mit bis zu 200 kW, Wechselstromladen mit bis zu 22 kW in einzelnen Märkten.
Die WLTP-Reichweite ist ein zertifizierter Messwert und keine Zusage für jede Wetterlage, Geschwindigkeit und Strecke. Die tatsächliche Reichweite hängt unter anderem von Temperatur, Fahrstil, Rädern, Beladung und der Klimaanlage ab. Die 630 km nach WLTP sollten daher nicht direkt mit der eigenen täglichen Fahrleistung verglichen werden.

Camping-Modus und Stromversorgung externer Geräte: Was bereits angekündigt ist
Für den SUV wurde ein Camping-Modus angekündigt. Im Stand ermöglicht er den Zugriff auf Klimatisierung, Unterhaltung, Beleuchtung und Fahrzeugeinstellungen über die vorderen und hinteren Bildschirme. Außerdem hat Polestar Vehicle-to-Load (V2L) angekündigt – die Versorgung externer Geräte mit Wechselstrom aus der Antriebsbatterie. Die maximale Leistung beträgt laut Ankündigung 3,3 kW; dafür ist ein zertifizierter Adapter erforderlich, der separat verkauft wird.

Dabei gibt es einen wichtigen Vorbehalt. Laut offizieller Pressemitteilung werden V2L und der Camping-Modus bei allen Polestar 4 erst durch ein künftiges Software-Update verfügbar. Bei der Bestellung sollte daher nicht davon ausgegangen werden, dass diese Funktionen am Tag der Fahrzeugübergabe garantiert aktiviert sind. Die aktuelle Ausstattung und den Update-Status sollten Käufer auf der offiziellen Polestar-4-SUV-Seite für ihren Markt prüfen.
Für wen ist die neue Version gedacht?
Das Polestar 4 Coupé bleibt die passende Variante für alle, die eine niedrige Dachlinie und eine Kamera anstelle der Heckscheibe bevorzugen. Der SUV macht aus dem Modell keinen Geländewagen mit separatem Rahmen oder größerer Bodenfreiheit: Sein Zweck ist ein anderer. Er bietet einen praktischeren Kofferraum, einen herkömmlichen Rückspiegel, mehr Luft über der zweiten Sitzreihe und eine Dachreling.
Wer das Fahrzeug häufig für Familienfahrten, Kinderwagen, Koffer, Sportausrüstung oder Wochenendausflüge nutzt, dürfte von diesen Details stärker profitieren als von den Designunterschieden. Wem dagegen vor allem die Coupé-Silhouette wichtig ist, bekommt bei Technik und Antriebsvarianten ein weitgehend ähnliches Angebot. Die endgültige Entscheidung hängt von den Preisen, Ausstattungen und Lieferterminen im jeweiligen Land ab – Angaben, die Polestar bislang nicht für alle Märkte gleichermaßen veröffentlicht.










