Lamborghini Urus SE Performante: 812 PS, Hybridantrieb und Rally-Modus

Am 1. Juli 2026 hat Lamborghini den Urus SE Performante vorgestellt - ein neues Spitzenmodell der Urus-Familie und die bislang stärkste Version des Modells. Das Hybrid-SUV kombiniert einen 4.0-liter-V8 mit zwei Turboladern, einen Elektromotor, 812 hp und 1,000 Nm. Der Performante setzt aber nicht nur auf mehr Leistung: Dazu kommen ein Zweikammer-Luftfahrwerk, überarbeitete Aerodynamikelemente, ein 6D-Karosseriebewegungssensor und ein eigener Rally-Modus für Schotter.
Der frühere Urus Performante konzentrierte sich auf geringeres Gewicht und straffere Abstimmung. Der neue Urus SE Performante behält diesen Charakter bei, basiert nun aber auf einem Plug-in-Hybridsystem. Der Elektromotor hilft dem V8, schneller Drehmoment aufzubauen, die Batterie ermöglicht Fahrten ohne gestarteten Motor, und die elektronischen Systeme sind darauf ausgelegt, das schwere SUV in schnellen Kurven präziser zu machen. Das Ergebnis ist also nicht nur ein Urus mit anderen Karosserieanbauteilen, sondern eine eigenständige Abstimmung der gesamten Plattform.
Kurz zusammengefasst: Das bietet der Urus SE Performante
Parameter | Lamborghini-Angaben |
Antriebsstrang | 4.0-liter-V8 mit zwei Turboladern + Permanentmagnet-Elektromotor |
Gesamtleistung | 812 hp (596 kW) bei 6,000 rpm |
Maximaldrehmoment | 1,000 Nm |
0-100 km/h | 3.3 seconds |
0-200 km/h | 10.8 seconds |
Höchstgeschwindigkeit | 312 km/h |
Traktionsbatterie | Lithium-Ionen, 25.9 kWh |
Elektrische Reichweite | Mehr als 60 km laut Lamborghini |
Leergewicht | 2,473 kg |
Gewichtsersparnis gegenüber dem Urus SE | 32 kg |

Urus SE Performante in wenigen Fragen
Worin unterscheidet er sich vom normalen Urus SE?
Lamborghini positioniert den Performante als extremeres Derivat des Plug-in-Hybrid-Urus SE. Die Grundidee ist nicht, die komfortable Hybridversion zu ersetzen, sondern ein Auto mit direkterem Ansprechverhalten, verbesserter Aerodynamik und Einstellungen für engagiertes Fahren anzubieten. Deshalb gibt es neben den bekannten Modi Strada, Sport und Corsa nun auch Rally.
Warum braucht dieses Auto ein Hybridsystem?
Nicht nur, damit es einen Teil der Strecke elektrisch zurücklegen kann. Der Elektromotor sitzt vor dem Getriebe und arbeitet mit dem V8 zusammen, sodass das Drehmoment ohne Pause aufgebaut wird, während die Turbolader ihren idealen Arbeitsbereich erreichen. Lamborghini nennt 812 hp und 1,000 Nm - das sind 146 hp und 150 Nm mehr als beim früheren Urus Performante mit Benzin-V8.
Lässt er sich wie ein Elektroauto nutzen?
Im EV-Modus kann das Auto mit der Batterie und dem Elektromotor allein mehr als 60 km zurücklegen. Der Hersteller gibt außerdem an, dass die Höchstgeschwindigkeit in diesem Modus 130 km/h überschreiten kann. Die reale Reichweite hängt von Temperatur, Gelände, Geschwindigkeit und der gewählten Konfiguration ab. Deshalb sollte dieser Wert als Referenz des Herstellers verstanden werden, nicht als garantiertes Ergebnis auf jeder Fahrt.
Macht Rally aus dem Urus einen echten Geländewagen?
Nein. Der neue Modus passt die Drehmomentverteilung, das Fahrwerksverhalten und die elektronischen Systeme für Oberflächen mit wenig Grip wie Schotter an. Er soll kontrollierte Drifts und mehr Reifenauflage auf dem Untergrund ermöglichen, macht den Urus SE Performante aber nicht zu einem Fahrzeug für ernsthaften Offroad-Einsatz.
Der Hybrid ist auf Ansprechverhalten getrimmt, nicht nur auf Effizienz
Im Zentrum des Antriebs arbeitet ein 4.0-liter-V8 mit zwei Turboladern. Der Motor selbst leistet 620 hp, während der Synchron-Elektromotor bis zu 141 kW zusätzlich liefert. Die Energie speichert eine 25.9-kWh-Batterie unter dem Gepäckraumboden. Diese Anordnung hilft dabei, den Schwerpunkt des großen SUV nicht stärker anzuheben als nötig.
Der Allradantrieb arbeitet über eine zentral geregelte elektronische Kupplung und ein elektronisches Sperrdifferenzial an der Hinterachse. Ihre Aufgabe ist nicht nur, das Drehmoment auf beide Achsen zu verteilen, sondern die Aufteilung je nach Grip und gewähltem Modus zu variieren. Lamborghini weist ausdrücklich darauf hin, dass dieses Setup auf Wunsch des Fahrers ein „kontrolliertes Übersteuern“ ermöglicht.
Auch das Achtgang-Automatikgetriebe wurde neu abgestimmt: Laut Marke sollen Softwareänderungen die Reaktionszeit auf Eingaben des Fahrers verkürzen und die Verzögerung bei der Drehmomentabgabe reduzieren. Detaillierte Spezifikationen zu Antrieb, Batterie und Getriebe sind auf der offiziellen Urus-SE-Performante-Seite veröffentlicht.
Carbon und Luftstrom: Was sich außen verändert hat
Das Exterieur des Performante setzt nicht nur auf optische Schärfe. Die Version erhält eine neue Carbonhaube mit zentraler Wölbung und S-Duct-Entlüftungen, überarbeitete Front- und Heckstoßfänger, Radläufe, Seitenschweller, einen Spoiler und den größten Heckdiffusor, der je in einem Urus verbaut wurde. Lamborghini sagt, dass diese Version mehr sichtbares Carbon nutzt als jeder frühere Urus.

Die Front hat zwei praktische Aufgaben: mehr Luft zu den Kühlern zu leiten und den Auftrieb zu reduzieren. Am Heck arbeiten zwei Spoiler zusammen - einer oben und einer unten. Gemeinsam stabilisieren sie das SUV bei hohem Tempo, während der Diffusor den Luftstrom unter dem Fahrzeug kontrolliert.
der Luftwiderstand wurde gegenüber dem Urus SE um 3 % reduziert;
der Abtrieb wurde gegenüber dem Urus SE um 23 % erhöht;
der Abtrieb an der Vorderachse wurde gegenüber dem früheren Urus Performante um 22 % gesteigert;
die Effizienz der Bremsenkühlung wurde gegenüber dem Urus SE um 8 % verbessert.
Diese Werte stammen vom Hersteller. Sie garantieren nicht auf jeder Straße das gleiche Gefühl, erklären aber, warum der Performante neue Haubenöffnungen, Entlüftungen in den Kotflügeln und einen separaten NACA-Kanal erhält, der Luft zu den Bremsen leitet. Lamborghini hat die vollständige Liste der Änderungen in der offiziellen Launch-Story veröffentlicht.
AURA-Fahrwerk: das wichtigste technische Upgrade
Die wichtigste Änderung am Fahrwerk ist das AURA-System mit Zweikammer-Luftfedern und Zweiventil-Dämpfern. Anders als bei einem herkömmlichen Luftfahrwerk lässt sich damit die Härte und Dämpfung über einen großen Bereich getrennt anpassen: Eine Kammer ist auf dynamisches Fahren abgestimmt, die zweite wird dort zugeschaltet, wo der Komfort wichtiger ist.
Lamborghini gibt an, dass dieses System die Wankbewegungen bei engagierter Fahrt um 55 % gegenüber dem früheren Urus Performante reduziert und die Vibrationen in den Komfortmodi um 25 % senkt. Diese Angaben sind als interne Messwerte der Marke zu verstehen, doch die Grundidee ist klar: Statt zwischen einer harten Track-Abstimmung und einem weichen Alltags-Setup wählen zu müssen, verändert das Fahrwerk seinen Charakter je nach Situation.

Die Spur an Vorder- und Hinterachse ist um 16 mm breiter. Zusammen mit der Hinterachslenkung sollte das Auto bei plötzlichen Spurwechseln stabiler und beim Richtungswechsel schneller wirken. Für ein SUV mit fast 2,5 Tonnen Gewicht sind solche Einstellungen wichtiger als ein weiterer Leistungsschub: Sie bestimmen, wie souverän sich das Auto bei hohem Tempo und in einer schnellen Kurvenfolge verhält.
Was der 6D-Sensor misst und warum er acht Beschleunigungssensoren braucht
Der Urus SE Performante erhält einen 6D-Sensor, den Lamborghini erstmals im limitierten Fenomeno eingesetzt hat. Er sitzt nahe dem Schwerpunkt des Fahrzeugs und erfasst Beschleunigungen entlang von drei Achsen sowie Drehgeschwindigkeiten in Bezug auf Wank-, Nick- und Gierbewegungen.
Dazu kommen acht Beschleunigungssensoren: vier sitzen an den Rädern, vier weitere an der Karosserie. Diese Daten werden von der Brems-, Traktions- und Stabilitätsregelung genutzt. In der Theorie kann die Elektronik damit nicht nur auf bereits begonnene Schlupfbewegungen reagieren, sondern Bremsdruck und Drehmomentverteilung auch vorausschauend an Karosseriebewegungen und verfügbaren Grip anpassen.
Für den Fahrer bedeutet das nicht, dass das Auto ohne Eingriff schneller wird. In einem schweren, leistungsstarken SUV kann die vorausschauende Regelung die Reaktionen aber geschmeidiger machen und den Übergang zwischen Grip und Schlupf weniger abrupt gestalten.
Von der Rennstrecke bis zum Schotter: So funktionieren die Modi
Der Urus SE Performante hat vier Hauptfahrmodi: Strada, Sport, Corsa und Rally. Sie arbeiten mit vier Hybrid-Strategien zusammen - EV, Hybrid, Recharge und Performance. Ausgewählt werden sie über den Tamburo-Drehregler in der Mittelkonsole.

EV ist dafür gedacht, ohne den zugeschalteten V8 zu fahren. Hybrid ist auf ein ausgewogenes Zusammenspiel von Motor und Batterie ausgelegt. Recharge ermöglicht es, die Batterie während der Fahrt in Strada, Sport oder Corsa auf bis zu 80 % zu laden. Performance nutzt das volle Potenzial des Antriebsstrangs, wenn maximale Fahrleistung im Vordergrund steht.
Rally ist die auffälligste Neuerung. In diesem Modus soll das Fahrwerk die Reifen auf losem Untergrund besser in Kontakt halten, während das Getriebe mehr Drehmoment an die Hinterachse schickt, damit der Fahrer das Auto mit Drifts kontrollieren kann. Das ist für einen Urus-Besitzer eher ein Sonderfall, zeigt aber klar die Absicht hinter der Performante-Version: Sie soll nicht nur auf dem Papier schneller sein, sondern spürbar anders abgestimmt.
Innenraum: weniger Dekor, mehr Cockpit-Gefühl
Im Innenraum hat Lamborghini das vertraute Urus-Layout beibehalten, aber besondere Materialien und Grafiken ergänzt. Armaturentafel, Sitze, Türen und Dachhimmel tragen CorsaTex by Dinamica-Mikrofaser, dazu kommt mehr Carbon-Zierde im ganzen Fahrzeug. Das neue Lenkrad erhält einen Carbon-Einsatz, einige Elemente tragen Y-förmige Motive und rote Kontrastnähte.
Das 12,3-Zoll-Zentraldisplay bekommt eine überarbeitete Oberfläche, die vom Revuelto inspiriert ist. Ein weiteres 12,3-Zoll-Display dient als digitales Kombiinstrument. Die Performante-Version erhält außerdem ein eigenes Telemetriesystem, das Fahrdynamikdaten anzeigt und mit den Fahrerassistenzsystemen zusammenarbeitet.

Fazit
Der Lamborghini Urus SE Performante ist kein neuer Urus-Typ, sondern die fahrdynamischste Version der Hybrid-Plattform. Seine wichtigsten Unterschiede sind 812 hp, eine um 32 kg leichtere Karosserie, überarbeitete Aerodynamik, das AURA-Zweikammer-Luftfahrwerk, ein 6D-Sensor und der Rally-Modus. Hier dient das Hybridsystem nicht nur der elektrischen Reichweite, sondern vor allem einem schnelleren und besser vorhersehbaren Ansprechverhalten eines schweren SUVs.
Zum Zeitpunkt der Premiere hat Lamborghini die technischen Daten offengelegt, aber weder Preise noch Liefertermine für einzelne Märkte genannt. Die Position des Urus SE Performante in der Baureihe und sein tatsächlicher Preis lassen sich daher erst beurteilen, wenn die lokalen Preislisten veröffentlicht werden.










