
Am 4. September 2026 berichteten Fachmedien, dass Dacia das Projekt eines dritten C-Segment-Modells nicht weiterverfolgen wird, das auf Bigster und Striker hätte folgen können. Das bedeutet nicht, dass sich die Marke aus dem Bereich großer Familienfahrzeuge zurückzieht. Im Gegenteil: In der offiziellen Strategie bleibt das C-Segment ein Wachstumsfeld. Geändert hat sich vor allem der kurzfristige Schwerpunkt: Er liegt auf dem bereits angekündigten Modellpaar und auf der Elektrifizierung der gesamten Baureihe.
Was bestätigt ist und was bisher nur aus Medienberichten stammt
Fakt | Status | Bedeutung |
|---|---|---|
Am 10. März 2026 stellte Dacia seinen Plan bis 2030 vor. | Offiziell | Die Marke will den Anteil des C-Segments an ihren Verkäufen von einem Fünftel auf ein Drittel steigern. |
Bigster und Striker wurden als sich ergänzende C-Segment-Modelle bezeichnet. | Offiziell | Dacia verfügt bereits über eine angekündigte Grundlage für Wachstum in dieser Klasse. |
Ein drittes C-Segment-Modell gehört nicht zu den kurzfristigen Plänen der Marke. | Bericht der Fachmedien vom 4. September 2026 | Das Projekt sollte nicht als bestätigtes künftiges Serienfahrzeug betrachtet werden. |
Bis 2030 will Dacia vier vollständig elektrische Modelle auf den Markt bringen. | Offiziell | Die Entwicklungs- und Anlaufressourcen werden nicht ausschließlich auf das C-Segment konzentriert. |
Dacia zieht sich nicht aus dem C-Segment zurück
Die offizielle Roadmap wurde am 10. März 2026 veröffentlicht. Darin bezeichnete Dacia das C-Segment ausdrücklich als Wachstumsfeld: Der Anteil dieser Fahrzeuge soll bis 2030 von etwa 20 % auf 33 % der Verkäufe steigen. Als Grundlage nennt die Marke Bigster und Striker. Die entsprechende Strategie ist im offiziellen Dacia-Plan bis 2030 beschrieben.

Die Formulierung „Streichung des dritten Modells“ ist deshalb nicht mit einem Rückzug aus dieser Fahrzeugklasse gleichzusetzen. Präziser wäre: Im kurzfristigen Produktplan bestätigt Dacia kein weiteres Fahrzeug neben Bigster und Striker. Ob es sich dabei um einen Crossover, einen Kombi oder eine andere Variante der bestehenden Architektur gehandelt hätte, hat das Unternehmen öffentlich nicht erläutert.
Was das für Käufer ändert
Wer sich für den Bigster interessiert, sollte seine Entscheidung nicht in Erwartung eines unbekannten „dritten Dacia im C-Segment“ aufschieben. Zum 6. September 2026 hatte Dacia weder einen Namen noch einen Premierentermin oder technische Daten zu einem solchen Fahrzeug veröffentlicht. Ein Vergleich mit den aktuellen Modellen oder eine realistische Budgetplanung anhand eines künftigen Preises ist daher nicht möglich.
Warum die Elektrifizierung Priorität hat
Im selben Plan vom 10. März kündigte Dacia an, bis 2030 vier vollständig elektrische Fahrzeuge auf den Markt zu bringen. Das Ziel geht über einige zusätzliche Elektroautos hinaus: Bis zum Ende des Jahrzehnts sollen zwei Drittel der Verkäufe auf elektrifizierte Modelle entfallen — also auf Elektrofahrzeuge und Hybridmodelle.
Diese Richtung zeigt sich bereits bei den Serienfahrzeugen. Am 2. September 2026 berichtete die Renault Group gesondert über den Einsatz des vollwertigen Hybridantriebs Hybrid 155 im Sandero. Im offiziellen Beitrag zum Sandero Hybrid heißt es, dass diese Version Teil eines umfassenderen Programms zur schrittweisen Elektrifizierung ist. Ein Hybrid ist kein Elektroauto, zeigt aber, dass die Veränderungen nicht nur neue teure Modelle betreffen, sondern auch die wichtigen Fahrzeuge der Marke.

Daraus folgt nicht, dass Dacia sofort auf Benzinmotoren verzichtet oder das gesamte Angebot auf Batterieantrieb umstellt. Die offiziellen Unterlagen sprechen für eine Übergangsphase, in der Elektroautos, Hybride und weitere Antriebsarten kombiniert werden. Für Käufer ist das wichtiger als eine zugespitzte Schlagzeile: Welche Antriebsart verfügbar ist, hängt vom jeweiligen Modell und Markt ab.

Die Rolle des Striker im neuen Plan
Der Striker ist nach dem Bigster das zweite Dacia-Modell im C-Segment. Am 8. Juli 2026 beschrieb die Renault Group ihn als elektrifiziertes Modell, das die Präsenz der Marke in dieser Klasse ausbauen soll. In der offiziellen Veröffentlichung zum Striker ist von vier elektrifizierten Antrieben die Rede. Welche Ausstattungen, Preise und Liefertermine gelten, hängt jedoch vom jeweiligen Markt ab.

Die aktuelle Strategie wirkt deshalb weniger wie eine Einschränkung der Auswahl als wie der Versuch, die Modellpalette gezielt zu fokussieren. Der Bigster deckt das Format eines großen SUV ab, während der Striker einen anderen Karosserietyp in derselben Klasse ergänzen soll. Gleichzeitig erfordern die Entwicklung elektrischer und hybrider Versionen eigene Investitionen in Plattformen, Batterien und Produktion.

Was bisher offen ist
Ob die Idee eines dritten C-Segment-Modells endgültig verworfen wird oder nach 2030 zurückkehrt.
Welche Märkte den Striker zuerst erhalten und in welchen Ausführungen er angeboten wird.
Welche Preise und Ausstattungen die künftigen elektrischen Dacia-Modelle außerhalb des angekündigten erschwinglichen Elektroautos im A-Segment haben werden.
Ob Bigster und Striker vor dem Erscheinen der nächsten Sandero-Generation neue Antriebe erhalten.
Das Wichtigste
Die Nachricht vom 4. September sollte als Anpassung der kurzfristigen Pläne verstanden werden, nicht als Abkehr Dacias vom C-Segment. Die bestätigte Strategie der Marke konzentriert sich auf zwei C-Segment-Modelle — Bigster und Striker — sowie auf eine beschleunigte Elektrifizierung bis 2030. Ein drittes Fahrzeug dieser Klasse hat bislang keinen öffentlich bestätigten Status. Angaben zu seinen technischen Daten, seinem Preis oder seinem Marktstart wären daher verfrüht.










