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Czinger 21C Spyder: Was beim offenen Hypercar tatsächlich 3D-gedruckt ist

Konstantin Lupandin
Konstantin Lupandin
August 20, 20263 Min. LesezeitAnsichten 295
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  1. Kurz gesagt: Was hier tatsächlich neu ist
  2. Was über den Czinger 21C Spyder bekannt ist
  3. BrakeNode: ein Bauteil statt mehrerer
  4. Warum der Bremssattel wie ein biologisches Gebilde aussieht
  5. Welche weiteren Bauteile additiv gefertigt werden
  6. Elemente des BioLogic Chassis
  7. NeuralNode im Innenraum
  8. Motorkomponenten
  9. Wo Technologie und Marketing auseinandergehen
  10. Was das für normale Fahrzeuge bedeutet

Inhalt

  1. Kurz gesagt: Was hier tatsächlich neu ist
  2. Was über den Czinger 21C Spyder bekannt ist
  3. BrakeNode: ein Bauteil statt mehrerer
  4. Warum der Bremssattel wie ein biologisches Gebilde aussieht
  5. Welche weiteren Bauteile additiv gefertigt werden
  6. Elemente des BioLogic Chassis
  7. NeuralNode im Innenraum
  8. Motorkomponenten
  9. Wo Technologie und Marketing auseinandergehen
  10. Was das für normale Fahrzeuge bedeutet
Czinger 21C Spyder: Was beim offenen Hypercar tatsächlich 3D-gedruckt ist

Häufig gestellte Fragen

Additiv gefertigt werden unter anderem der BrakeNode, Elemente des BioLogic Chassis, der NeuralNode, das Lenkrad sowie nach Angaben von Czinger weitere Motorkomponenten. Das Monocoque und die Karosserieteile bestehen dagegen aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff und werden nicht im 3D-Drucker hergestellt.

Der BrakeNode ist ein einteiliges, additiv gefertigtes Bauteil aus Aluminium, das Achsschenkel, Bremssattel und interne Bremsflüssigkeitskanäle zusammenfasst. Czinger erklärt, dass es leichter und steifer als eine herkömmliche Lösung aus mehreren Bauteilen sei; unabhängige Messungen dazu wurden bislang nicht veröffentlicht.

Czinger bezeichnet 23 Prozent der Konstruktion als topologisch optimiert und additiv gefertigt. Die offizielle Seite erläutert jedoch nicht, ob sich dieser Anteil auf Gewicht, Volumen oder die Anzahl der Bauteile bezieht. Daher lässt sich daraus nicht ableiten, dass 23 Prozent des Fahrzeugs nach Gewicht gedruckt sind.

Am 14. August 2026 stellte das US-Unternehmen Czinger den 21C Spyder vor – die offene Version seines Hybrid-Hypercars. Das fehlende Dach ist dabei nicht die wichtigste Besonderheit. Der Spyder ist die erste 21C-Version mit BrakeNode: einem einteiligen, additiv gefertigten Metallbauteil für Bremse und Radaufhängung. An ihm lässt sich gut erkennen, wo der 3D-Druck bereits in der Fahrzeugkonstruktion eingesetzt wird und wo er lediglich ein bequemes Schlagwort in der Beschreibung bleibt.

Der 21C Spyder ist nicht vollständig 3D-gedruckt. Er verfügt über ein Monocoque und Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff. Die additive Fertigung kommt bei bestimmten tragenden und funktionalen Bauteilen zum Einsatz, deren Formen sich nur schwer oder gar nicht durch Gießen, Schmieden oder spanende Bearbeitung herstellen lassen.

Kurz gesagt: Was hier tatsächlich neu ist

Im BrakeNode sind Achsschenkel, Bremssattel und Bremsflüssigkeitskanäle zusammengefasst. Der NeuralNode verbindet Elemente der vorderen Cockpitstruktur, Instrumenteneinheit, Belüftung und Bedienelemente. In beiden Fällen geht es nicht darum, einfach ein Bauteil „auszudrucken“, sondern mehrere Einzelteile durch ein speziell berechnetes Bauteil zu ersetzen.

Was über den Czinger 21C Spyder bekannt ist

Die wichtigsten technischen Daten sind auf der offiziellen 21C-Spyder-Seite veröffentlicht. Die folgenden Fahrleistungen und Angaben zum Abtrieb stammen vom Hersteller selbst und nicht aus unabhängigen Tests.

Parameter

Daten und Erläuterung

Premiere

14. August 2026, Monterey Car Week

Antrieb

Hybridantrieb: 2,88-Liter-V8 mit zwei Turboladern und ein 800-Volt-Elektrosystem

Leistung

Insgesamt 1 250 PS; davon 750 PS aus dem V8 und weitere 500 PS von den Elektromotoren

Angegebene Fahrleistungen

0–62 Meilen/h (0–100 km/h) in 1,9 Sekunden und 205 Meilen/h (rund 330 km/h) Höchstgeschwindigkeit

Gewicht ohne Flüssigkeiten

1 620 kg

Additiv gefertigte Elemente

Czinger bezeichnet 23 % der Konstruktion als topologisch optimiert und additiv gefertigt

Auf der offiziellen Seite wird nicht erläutert, ob sich die Angabe von 23 % auf das Gewicht, das Volumen oder den Anteil der Bauteile bezieht. Deshalb sollte man korrekt die Formulierung des Unternehmens wiedergeben und nicht daraus ableiten, dass „23 % des Fahrzeugs nach Gewicht gedruckt“ seien.

BrakeNode: ein Bauteil statt mehrerer

BrakeNode ist das wichtigste gedruckte Bauteil des Spyder. Czinger hat Achsschenkel, Bremssattel und die internen Bremsflüssigkeitskanäle in einer Aluminiumstruktur zusammengefasst. Bei einer konventionellen Konstruktion handelt es sich dabei um eigenständige Bauteile, die mit Befestigungselementen und außenliegenden Leitungen verbunden sind.

Diese Integration verfolgt zwei klare technische Ziele: die ungefederte Masse zu reduzieren und den Bremssattel steifer gegenüber der Bremsscheibe zu fixieren. Zur ungefederten Masse zählen das Rad, die Bremsen und Teile der Aufhängung, die sich auf Unebenheiten gemeinsam mit dem Rad bewegen. Je geringer sie ausfällt, desto leichter kann der Stoßdämpfer den Reifen in Kontakt mit der Straße halten.

Czinger erklärt, dass der BrakeNode leichter und steifer als eine herkömmliche Lösung aus mehreren Bauteilen sei. Unabhängige Messungen des Bremswegs und der Lebensdauer dieses Bauteils wurden bislang nicht veröffentlicht. Diese Vorteile sind daher als Herstellerangaben zu betrachten. Den technischen Aufbau des BrakeNode erläutert das Unternehmen ausführlich in seinem offiziellen Beitrag.

Warum der Bremssattel wie ein biologisches Gebilde aussieht

Die Form des BrakeNode folgt nicht der vertrauten Logik flacher Wände und gerader Kanten. Zunächst berechnet ein Algorithmus, wo die Kräfte tatsächlich durch das Bauteil verlaufen. Anschließend entsteht eine Geometrie, bei der nur in den erforderlichen Bereichen Material stehen bleibt. Der Metalldruck ermöglicht es, diese komplexe Form Schicht für Schicht herzustellen. Bei konventionellen Fertigungsverfahren wären einige dieser innenliegenden Kanäle und Verstrebungen nicht zugänglich.

Welche weiteren Bauteile additiv gefertigt werden

Elemente des BioLogic Chassis

Nach Angaben von Czinger umfasst das BioLogic Chassis gedruckte Elemente des Getriebegehäuses, der Zahnstangenlenkung, der Elektromotorgehäuse, der Aufhängung, der Crashstrukturen und des hinteren Hilfsrahmens. Diese Bauteile sind mit dem Monocoque aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff verbunden. Das Monocoque selbst wird nicht im 3D-Drucker hergestellt.

NeuralNode im Innenraum

Der NeuralNode ist eine tragende, einteilige Struktur im vorderen Bereich des Innenraums. In sie sind Instrumententafel, Belüftung, Displays und ein Teil der Bedienelemente integriert. Die Luft strömt durch die inneren Kanäle des Bauteils, während die seitlichen Hebel die Tasten tragen. Auch das Lenkrad wird additiv gefertigt. Der Hersteller veröffentlicht jedoch keine vollständige Liste der verwendeten Materialien und Fertigungsschritte.

Motorkomponenten

Der 2,88-Liter-V8 mit zwei Turboladern ist eine Eigenentwicklung von Czinger. Das Unternehmen spricht von einem umfangreichen Einsatz additiv gefertigter Komponenten im Motor, legt aber keine vollständige Liste der gedruckten Bauteile offen. Den gesamten Motor als „gedruckt“ zu bezeichnen, wäre daher falsch.

Wo Technologie und Marketing auseinandergehen

  • Vom Hersteller bestätigt: der Aufbau des BrakeNode, die Liste der Elemente des BioLogic Chassis, die Konstruktion des NeuralNode, der Antrieb und die wichtigsten angegebenen technischen Daten des Spyder.

  • Vom Hersteller angegeben, aber nicht durch unabhängige Tests bestätigt: Beschleunigung, Höchstgeschwindigkeit, Abtrieb und der Einfluss des BrakeNode auf die Bremsleistung.

  • Bislang nicht offengelegt: die genaue Berechnung der „23 %“, die vollständige Liste der gedruckten Motorkomponenten, die Lebensdauer des BrakeNode im realen Betrieb und die Kosten für seinen Austausch.

Der Ansatz von Czinger basiert auf digitaler Konstruktion und additiver Fertigung, die gemeinsam mit Divergent Technologies entwickelt wurde. Wie das Unternehmen dieses Produktionsmodell und die manuelle Montage der Fahrzeuge in Los Angeles beschreibt, ist auf seiner Seite zu BioLogic Engineering und Area 21 nachzulesen.

Was das für normale Fahrzeuge bedeutet

Der 21C Spyder bleibt vorerst ein Hypercar in einer äußerst kleinen Serie: Fachmedien berichten von einem Produktionsplan über 30 Exemplare zu einem Preis ab 2,75 Millionen Dollar. Eine solche Stückzahl beweist nicht, dass ähnliche Bauteile schon morgen in Großserien-SUVs zu finden sein werden.

Das Prinzip ist dennoch relevant: Bei einer kleinen Serie lässt sich die Geometrie eines Bauteils überarbeiten, ohne eigene Werkzeuge für Guss- oder Stanzverfahren anfertigen zu müssen. Bei einem Großserienfahrzeug bleiben Kosten, Produktionsgeschwindigkeit, Reparaturfreundlichkeit und gleichbleibende Qualität entscheidend. An diesen Punkten wird sich zeigen, ob die Technologie den Einsatz in teuren Kleinserienfahrzeugen hinter sich lassen kann.

Der 21C Spyder ist nicht wegen der Menge des gedruckten Metalls interessant, sondern als anschauliches Beispiel für funktionale Integration. Wenn ein Schicht für Schicht gefertigtes Bauteil mehrere Einzelteile und Verbindungen ersetzt, wird 3D-Druck zu einem Bestandteil der Fahrzeugtechnik – und nicht nur zu einem dekorativen Detail in einer Pressemitteilung.

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