
Am 14. September 2026 veröffentlichte Volkswagen die Ergebnisse der Fahrt des Elektroautos Mission Efficiency von Wolfsburg nach Wien. Der Prototyp legte die 1278,36 km lange Strecke über Polen und Tschechien zurück und hielt unterwegs einmal zum Nachladen an. 1278 km ist die Distanz der gesamten Route, nicht die Reichweite mit einer Akkuladung. Das Fahrzeug dient der Erprobung von Technologien und wird derzeit nicht verkauft.
Die Route in vier Zahlen
1278,36 km – die Entfernung vom Volkswagen-Entwicklungszentrum in Wolfsburg nach Wien über Posen und Olmütz.
Ein Ladestopp – die Batterie wurde unterwegs nachgeladen, Volkswagen machte jedoch keine Angaben zur Dauer des Stopps.
6,89 kWh/100 km – der Energieverbrauch während der Fahrt; 7,51 kWh/100 km – der Wert einschließlich der Ladeverluste.
164 km – die berechnete verbleibende Reichweite, die das Fahrzeug bei der Ankunft anzeigte.
So verlief die Fahrt
Die Route begann im deutschen Wolfsburg, führte über Posen in Polen und Olmütz in Tschechien und endete in der österreichischen Hauptstadt. Nach Angaben von Volkswagen lag die Durchschnittsgeschwindigkeit bei 67,72 km/h, die höchste Geschwindigkeit auf der Strecke bei 138 km/h. Das Unternehmen teilte mit, den Test dokumentiert zu haben, nannte in der Pressemitteilung jedoch weder das Datum der Fahrt noch den Ort des Ladestopps, seine Dauer oder die nachgeladene Energiemenge. Deshalb lässt sich anhand der veröffentlichten Daten nicht genau bestimmen, wie viele Kilometer auf die beiden Streckenabschnitte entfielen.

Warum eine Batterie für die gesamte Strecke nicht gereicht hätte
Die nutzbare Batteriekapazität des Mission Efficiency beträgt 54,9 kWh. Multipliziert man die Streckenlänge mit dem angegebenen Verbrauch von 6,89 kWh/100 km, ergibt sich für die gesamte Fahrt ein Energiebedarf von rund 88,1 kWh für den Fahrbetrieb. Das ist eine Berechnung auf Grundlage der Herstellerangaben und keine separate Messung der Reichweite. Sie erklärt, warum ein Ladestopp erforderlich war, sagt aber nicht, wie viele Kilometer das Fahrzeug bis dahin zurückgelegt hat.
Vier Verbrauchswerte: Welcher lässt sich womit vergleichen?
Volkswagen nennt mehrere Werte für unterschiedliche Bedingungen. In der technischen Übersicht des Prototyps beziehen sie sich auf zwei Tests und auf den berechneten WLTP-Zyklus. Sie lassen sich nicht zu einer einzigen Reichweitenangabe zusammenfassen.
Wert | Verbrauch | Bedingungen und Bedeutung |
|---|---|---|
„Ideale Fahrt“ | 6,48 kWh/100 km | Konstante 68 km/h, keine Steigungen; Klimaanlage und einige Verbraucher waren ausgeschaltet. |
Route Wolfsburg – Wien | 6,89 kWh/100 km | Energie, die das Fahrzeug für den Fahrbetrieb verbraucht hat, ohne Ladeverluste. |
Dieselbe Route mit Ladeverlusten | 7,51 kWh/100 km | Energiebedarf einschließlich der Verluste beim Nachladen der Batterie. |
Angegebener WLTP-Wert | 8,4 kWh/100 km | Separater standardisierter Zyklus; kein Ergebnis der Fahrt nach Wien. |
Der Unterschied zwischen 6,89 und 7,51 kWh/100 km ist für die Einschätzung der Stromkosten relevant: Beim Laden geht ein Teil der Energie verloren, deshalb muss dem Stromnetz mehr Energie entnommen werden, als das Fahrzeug später auf der Straße nutzt. Der Wert von 6,48 kWh/100 km wurde unter erleichterten Bedingungen erreicht und beschreibt nicht den normalen Betrieb auf der Autobahn.
Wie der Verbrauch gesenkt wurde
Das wichtigste Merkmal des Prototyps ist seine Aerodynamik. Volkswagen nennt einen Luftwiderstandsbeiwert von Cd 0,158 und eine Stirnfläche von 2,08 m². Beide Werte sind relevant: Ein niedriger Luftwiderstandsbeiwert allein zeigt noch nicht, wie viel Energie ein großes Fahrzeug bei hoher Geschwindigkeit benötigt. Der Mission Efficiency besitzt eine lange, nach hinten zulaufende Karosserie mit einer Höhe von 1392 mm, verkleidete Hinterräder, einen glatten Unterboden und Kühlluftklappen, die sich nur bei Bedarf öffnen.

Nach Angaben des Unternehmens verbraucht der Prototyp bei Geschwindigkeiten über 80 km/h mehr als 30 % weniger Energie als ein serienmäßiger ID. Polo unter vergleichbaren Bedingungen. Dieser Vergleich stammt von Volkswagen und ist kein Versprechen, dass jedes künftige Elektroauto der Marke denselben Verbrauch erreichen wird. Einen zusätzlichen Beitrag leisten spezielle Reifen mit niedrigem Rollwiderstand, gewichtsoptimierte Karosserieteile und elektromechanische Bremsen an der Hinterachse, die mechanische Verluste reduzieren.
Was vom ID. Polo stammt und was speziell entwickelt wurde
Der Mission Efficiency nutzt eine frontangetriebene MEB+-Architektur und einen Elektromotor mit 99 kW Leistung. Auch die Grundlage der Batterie steht mit dem ID. Polo in Verbindung. In der Beschreibung des Antriebs im ID. Polo vom 29. April 2026 nannte Volkswagen für dessen NMC-Batterie eine nutzbare Kapazität von 52 kWh. Beim Prototyp stehen 54,9 kWh zur Verfügung: Laut den separaten technischen Daten des Mission Efficiency wurden weitere 2,9 kWh per Software freigeschaltet.
Ein gemeinsamer Antrieb bedeutet nicht, dass es sich um identische Fahrzeuge handelt. Für die besonders windschnittige Form erhielt der Prototyp eine andere Karosserie und eine schmalere hintere Spur. Die maximale Ladeleistung mit Gleichstrom wird mit 105 kW angegeben, doch Volkswagen veröffentlichte nicht, wie schnell während der Rekordfahrt geladen wurde. Die Angabe von 1278 km oder den Verbrauch von 6,89 kWh/100 km auf den ID. Polo zu übertragen, ist daher nicht zulässig.
Was praktisch bleibt – und wo Kompromisse nötig sind
Das zweitürige Coupé bietet vier Sitzplätze im 2+2-Layout und einen Kofferraum mit 481 l Volumen. Die Vordersitze sind für den normalen Gebrauch ausgelegt, während die Rücksitze laut Volkswagen für Personen mit einer Körpergröße von ungefähr bis zu 1,60 m geeignet sind. Statt eines fest integrierten zentralen Multimedia-Displays gibt es eine Halterung für das eigene Smartphone oder Tablet. Dadurch konnten die Ingenieure Gewicht und die Zahl dauerhaft verbauter Komponenten reduzieren. Wie praxistauglich diese Lösung in einem Serienfahrzeug wäre, lässt sich derzeit jedoch nicht beurteilen.

In das Glasdach und die Heckklappe ist eine Solaranlage mit einer Leistung von 370 W integriert. Sie versorgt die elektrischen Verbraucher an Bord und kann laut Volkswagen bei geeigneter Witterung und Jahreszeit bis zu 30 km zusätzliche Reichweite pro Tag liefern. Das ist ein Maximalwert für bestimmte Bedingungen und kein täglicher Reichweitenzuwachs unabhängig vom Wetter.

Was das Ergebnis für Autokäufer bedeutet
Der Mission Efficiency zeigt, wie viel Energie sich durch Verbesserungen an Karosserie, Reifen und Antriebskomponenten einsparen lässt, ohne die Batterie auf ungewöhnliche Größen zu bringen. Allerdings handelt es sich um ein Konzeptfahrzeug mit einer besonderen Karosserieform und vier Sitzplätzen. Mit Stand vom 17. September 2026 hat Volkswagen weder einen Preis noch den Verkaufsstart oder eine Serienversion genau dieses Modells angekündigt. Für die Fahrzeugwahl ist es sinnvoller, darauf zu achten, welche seiner Lösungen in tatsächlich erhältlichen Fahrzeugen auftauchen und welchen Verbrauch diese bei unabhängigen Fahrten erreichen.










