McLaren 788HS beendet die 720S-Ära: 788 PS und nur 200 Autos

Am 9. Juli 2026 stellte McLaren den 788HS vor – die stärkste und aerodynamisch ausgefeilteste Straßenversion des Supersportwagens, dessen Geschichte mit dem 720S begann. Die Premiere fand am ersten Tag des Goodwood Festival of Speed 2026 statt, das vom 9. bis 12. Juli läuft.
Der Hersteller bezeichnet die Neuheit als endgültige Evolutionsstufe der Baureihe, zu der 720S, 765LT und 750S gehören. Die Auflage ist auf 200 Fahrzeuge begrenzt: 100 Coupés und 100 Spider-Roadster. Preis und Marktstart wurden zur Premiere noch nicht genannt.
Vom 720S zum 788HS: die Entwicklung der Baureihe
Der ursprüngliche McLaren 720S debütierte am 7. März 2017 auf dem Genfer Autosalon. Er eröffnete die zweite Generation der Super-Series-Baureihe und erhielt eine MonoCage-II-Karosserie aus Carbon, einen 4,0-Liter-V8 mit zwei Turboladern und aktive Aerodynamik.
Später brachte McLaren den stärker auf die Rennstrecke ausgerichteten 765LT und am 25. April 2023 den 750S. Letzterer behielt die Grundarchitektur des 720S bei, bekam aber Leichtbauteile, ein überarbeitetes Getriebe, eine angepasste Lenkung und einen Motor mit 750 PS. Die wichtigsten Daten dieses Modells hat der Hersteller auf der offiziellen Seite des McLaren 750S veröffentlicht.
Der 788HS setzt diese Linie fort, ist aber nicht einfach nur ein normales Optikpaket. McLaren hat Antrieb, Fahrwerk, Bremsen und Aerodynamik überarbeitet. Die Bezeichnung HS steht für High Sport. Vor dieser Neuheit wurde sie nur beim MP4-12C HS und beim MSO HS verwendet.

Der Motor leistet 788 PS, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 330 km/h
Im 788HS arbeitet weiterhin der M840T-Motor – ein 4,0-Liter-V8 mit zwei Turboladern. Seine Leistung wurde auf 788 PS bzw. 580 kW gesteigert. In britischer Angabe entspricht das 777 bhp. Das maximale Drehmoment liegt bei 800 Nm.
Das Triebwerk erreicht die Spitzenleistung bei 7500 U/min und dreht bis 8500 U/min. Für den 788HS haben die Ingenieure die Motorlager neu abgestimmt und außerdem eine neue Titan-Abgasanlage mit vier mittig angeordneten Endrohren verbaut.
Laut McLaren beschleunigt das Auto in 2,8 Sekunden auf 100 km/h, in 7,0 Sekunden auf 200 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 330 km/h. Diese Werte beziehen sich auf die Herstellerangaben und sind bislang nicht durch unabhängige Messungen bestätigt.
Parameter | McLaren 788HS |
Motor | 4,0-Liter-V8 M840T mit zwei Turboladern |
Leistung | 788 PS / 580 kW / 777 bhp |
Drehmoment | 800 Nm |
Minimales Trockengewicht | 1265 kg |
Leistungsgewicht | 623 PS pro Tonne |
0–100 km/h | 2,8 Sekunden |
0–200 km/h | 7,0 Sekunden |
Höchstgeschwindigkeit | 330 km/h |
Auflage | 100 Coupé und 100 Spider |
Die Aerodynamik ist der größte Unterschied zum 750S und 765LT
Die Front erhielt einen neuen, mehrteiligen Splitter und eine Haube mit S-Duct-Kanal. Die Luft wird durch diesen Kanal geführt und über die Karosserie geleitet, wodurch der Auftrieb an der Vorderachse sinkt. Am Heck sitzen ein höher angesetzter aktiver Flügel, eine Abdeckung mit Lüftungsschlitzen und ein vergrößerter Diffusor, bei dessen Entwicklung McLaren Lösungen aus dem Motorsport übernommen hat.
Alle wichtigen Elemente des Aerodynamikpakets bestehen aus Carbon. Laut dem Unternehmen erzeugt der 788HS 10 Prozent mehr Abtrieb als der 765LT. Den absoluten Abtriebswert und die Geschwindigkeit, bei der er erreicht wird, hat der Hersteller bisher nicht genannt.

Das Coupé erhält einen Lufteinlass im Dach. Über McLaren Special Operations kann der Käufer außerdem eine Karosserie bestellen, bei der alle Außenpaneele aus sichtbarem Carbon mit glänzender oder matter Oberfläche bestehen.
Überarbeitete Fahrwerks- und Bremsanlage aus dem McLaren Senna
Der 788HS behält das hydraulisch verknüpfte Proactive Chassis Control III-Fahrwerk, erhält aber eigene Abstimmungen für Federn, Dämpfer und Geometrie. Die Front sitzt 5 mm tiefer als beim 750S. Das soll die Reaktionen des Autos auf Lenkbewegungen schneller machen, belastbare Aussagen zum Fahrverhalten lassen sich aber erst nach Straßen- und Rennstreckentests treffen.

Zur Serienausstattung gehören Carbon-Keramik-Bremsscheiben, die auf Komponenten des McLaren Senna basieren, sowie vorne geschmiedete Sechs-Kolben-Aluminium-Sättel. Der 788HS ist außerdem das erste Modell in der mit dem 720S begonnenen Linie mit Rädern mit einer zentralen Radmutter.
Jedes der 200 Autos läuft über MSO
McLaren wird jeweils 100 Exemplare des 788HS Coupé und des 788HS Spider bauen. Jedes Fahrzeug wird von der McLaren Special Operations individuell konfiguriert, zuständig für Farben, Materialien, Oberflächen und Sonderwünsche der Kunden.

Im Innenraum gibt es eine leichtere Mittelkonsole aus Carbon, eine spezielle Lochung der Polster, eingestickte 788HS-Schriftzüge in den Kopfstützen und eine Plakette mit den Angaben zur limitierten Serie. Die grundlegende Innenarchitektur und das an der Lenksäule befestigte Kombiinstrument kennt man jedoch bereits vom 750S.
Was beim McLaren 788HS noch offen ist
Auf der offiziellen Seite des McLaren 788HS sind Motor-, Fahrleistungs-, Gewichts- und Aerodynamikdaten veröffentlicht. Das Unternehmen hat jedoch noch keinen Basispreis, keinen Produktions- und Lieferstart und auch keine Verteilung der Auflage auf einzelne Märkte genannt.
Der 788HS beendet die Entwicklung der Plattform, die vor mehr als neun Jahren mit dem 720S begann. Statt auf eine komplett neue Konstruktion umzusteigen, hat McLaren in einem Modell die stärkste Version des M840T-Motors, die ausgefeilte aktive Aerodynamik, das neu abgestimmte Fahrwerk und eine limitierte Stückzahl vereint. Deshalb ist die Neuheit nicht nur eine weitere Sonderedition, sondern auch das letzte Straßensmodell dieser Super-Series-Linie.










