
Volvo Cars hat Klaus Zellmer am 20. September 2026 zum Präsidenten und CEO ernannt. Derzeit leitet er Škoda Auto und war zuvor mehr als zwei Jahrzehnte bei Porsche tätig sowie Mitglied des Vorstands der Marke Volkswagen. Ein sofortiger Wechsel an der Spitze von Volvo ist jedoch nicht vorgesehen: Offiziell muss Zellmer sein Amt spätestens am 1. Oktober 2027 antreten.
Die wichtigsten Fakten zur Ernennung
Der Beschluss des Verwaltungsrats von Volvo Cars wurde am 20. September 2026 veröffentlicht;
Am 21. September 2026 leitet Klaus Zellmer weiterhin Škoda; sein Ausscheiden wurde noch nicht bekannt gegeben;
Der genaue erste Arbeitstag bei Volvo steht noch nicht fest;
Die späteste Amtsübernahme ist für den 1. Oktober 2027 vorgesehen;
Die Übergabe wird der amtierende CEO Håkan Samuelsson gemeinsam mit dem Verwaltungsrat vorbereiten.
Warum es Verwirrung um das Datum gab
In ersten Berichten über den Wechsel war zu lesen, dass Zellmer Volvo bereits am 1. Oktober 2026 übernehmen werde. In der offiziellen Mitteilung von Volvo Cars findet sich jedoch eine andere Formulierung: Der neue CEO soll seine Arbeit spätestens am 1. Oktober 2027 aufnehmen.

Das bedeutet, dass der Wechsel auch früher erfolgen kann, Volvo aber bislang kein konkretes Datum festgelegt hat. Der Unterschied ist erheblich: Es geht nicht um einige Tage nach der Ankündigung, sondern um eine Übergangsphase von bis zu einem Jahr. Das Unternehmen hat außerdem nicht mitgeteilt, wann Zellmer seine Aufgaben bei Škoda abgeben wird und wer ihm bei der tschechischen Marke nachfolgen soll.
Was man daraus nicht ableiten sollte
Zellmers Ernennung bestätigt weder den Verzicht von Volvo auf bestimmte Modelle, Plattformen oder Antriebe noch die Einstellung konkreter Projekte. Der Hersteller hat die Personalentscheidung nicht mit der Aufgabe einzelner Vorhaben verknüpft. Derzeit lässt sich lediglich von einer Fortführung der Führung und der Umsetzung der bereits angekündigten Strategie sprechen.
Chronologie des Wechsels
Datum | Ereignis | Warum es wichtig ist |
|---|---|---|
1. Juli 2022 | Klaus Zellmer übernimmt die Leitung von Škoda Auto | Er kam in einer Phase zu dem Unternehmen, in der die Elektropalette erweitert wurde und sich der europäische Automobilmarkt veränderte. |
30. März 2025 | Volvo kündigt die Rückkehr von Håkan Samuelsson an | Er wurde für eine zweijährige Amtszeit berufen, um das Unternehmen zu stabilisieren und einen langfristigen Nachfolger vorzubereiten. |
1. April 2025 | Samuelsson nimmt seine Aufgaben als CEO von Volvo wieder auf | Dies ist seine zweite Amtszeit an der Spitze des Unternehmens, nachdem er bereits von 2012 bis 2022 als CEO tätig war. |
17. September 2026 | Volvo stellt den aktualisierten Entwicklungsplan bis 2030 vor | Die Umsetzung dieses Programms wird zu den wichtigsten Aufgaben der künftigen Führung gehören. |
20. September 2026 | Der Verwaltungsrat von Volvo ernennt Zellmer zum künftigen Präsidenten und CEO | Die Ernennung ist erfolgt, die Amtsübergabe steht jedoch noch aus. |
Spätestens am 1. Oktober 2027 | Zellmer soll seine Arbeit bei Volvo aufnehmen | Dies ist die späteste Frist und nicht zwingend der genaue erste Arbeitstag. |
Warum Volvo den Škoda-Chef ausgewählt hat
Zellmer leitet Škoda seit dem 1. Juli 2022. Seine Ernennung und seine früheren Positionen werden in der offiziellen Biografie von Škoda Auto ausführlich beschrieben. Seine Karriere in der Automobilbranche begann er 1997 bei Porsche. Später leitete er Porsche Deutschland und wurde 2015 Präsident und CEO von Porsche Cars North America. Seit dem 15. September 2020 war er im Vorstand von Volkswagen Pkw für Vertrieb, Marketing und After-Sales verantwortlich.

Seine Zeit bei Škoda fiel mit einem deutlichen Wachstum der Marke zusammen. Im Jahr 2025 lieferte das Unternehmen 1 043 900 Fahrzeuge an Kunden aus – 12,7 % mehr als im Vorjahr. Im ersten Halbjahr 2026 stiegen die Auslieferungen um weitere 9,1 % auf 555 700 Fahrzeuge. Der Absatz vollelektrischer Modelle erreichte 108 200 Einheiten und lag damit 48,3 % über dem Vorjahreswert.

Diese Ergebnisse beweisen nicht, dass eine einzelne Führungskraft das gesamte Wachstum persönlich verursacht hat: Der Absatz hängt vom Modellangebot, der Produktion, der Nachfrage, der Arbeit der regionalen Einheiten und der allgemeinen Politik der Volkswagen Group ab. Die Zahlen erklären jedoch, warum der Verwaltungsrat von Volvo Zellmers Erfahrung bei der Führung einer Marke während technologischer und marktbezogener Veränderungen hervorhebt.
Welches Unternehmen er übernehmen wird
Zellmer soll den Plan fortsetzen, den die derzeitige Führung drei Tage vor der Ankündigung seiner Ernennung vorgestellt hat. Nach der Volvo-Strategie vom 17. September 2026 will das Unternehmen bis Ende 2030 13 neue Fahrzeuge auf den Markt bringen: sieben für die westlichen Märkte und sechs für China.

Dabei geht es nicht nur um Elektroautos. Volvo plant, vollelektrische Modelle mit Plug-in-Hybriden der dritten Generation zu kombinieren und die Angebote für Europa, die USA und China stärker voneinander zu unterscheiden. Für die westlichen Märkte will das Unternehmen die Architekturen SPA2 und SPA3 nutzen. Die Modelle für China sollen in engerer Zusammenarbeit mit Geely entwickelt werden.
Im selben Programm hat Volvo außerdem ein langfristiges Ziel für eine operative EBIT-Marge von mehr als 8 % und die Absicht festgelegt, seinen Marktanteil zu verdoppeln. Das sind Unternehmensziele und keine garantierten Ergebnisse. Ob sie erreicht werden, hängt von der Nachfrage, den Entwicklungskosten, Zöllen, dem Wettbewerb und dem Tempo ab, mit dem Käufer auf elektrifizierte Fahrzeuge umsteigen.
Was sich für Volvo-Käufer ändern wird
In den kommenden Monaten dürfte die Ernennung selbst weder die Fahrzeuge im Verkaufsraum noch Garantiebedingungen oder Wartungsintervalle verändern. Zellmer hat seine Arbeit noch nicht aufgenommen, und das Produktprogramm bis 2030 wurde unter der derzeitigen Führung ausgearbeitet.
Die Folgen der Personalentscheidung werden sich erst später zeigen – bei der Gewichtung regionaler Prioritäten, der Kostenkontrolle und der Festlegung des Tempos für neue Modelle. Seine Erfahrung bei Porsche, Volkswagen und Škoda kann für Volvo nützlich sein: Er kennt sowohl das Premiumsegment als auch den europäischen Volumenmarkt. Offizielle Entscheidungen Zellmers zur Modellpalette von Volvo gibt es jedoch noch nicht. Ihm künftige Streichungen oder Premieren zuzuschreiben, wäre daher verfrüht.
Was noch offen ist
das genaue Datum von Zellmers Ausscheiden bei Škoda;
der Name des nächsten Chefs des tschechischen Unternehmens;
ob Zellmer sein Amt bei Volvo vor dem 1. Oktober 2027 antreten kann;
welche Entscheidungen zu Produkten und regionalen Märkten er nach der Amtsübergabe ändern wird.
Am 21. September 2026 steht vor allem eines fest: Volvo hat seinen künftigen CEO bereits ausgewählt, doch das Unternehmen wird noch nicht von ihm geführt. Derzeit setzen Håkan Samuelsson und das amtierende Team die angekündigte Strategie um; ein genauer Zeitplan für die Amtsübergabe wurde noch nicht veröffentlicht.










