
Mitsubishi meldete rund 5.500 Vorbestellungen für den neuen Pajero in Japan, noch bevor der Verkauf am 17. Dezember 2026 beginnen soll. Hinter dem bekannten Namen steht eine andere Konstruktion: Leiterrahmen, starre Hinterachse, 2,4-Liter-Diesel und Achtgangautomatik. Was änderte sich gegenüber dem bisherigen SUV, und was sagt die erste Nachfragezahl tatsächlich aus?
Vier Daten zur Geschichte der Bestellungen
Die Weltpremiere des neuen Pajero fand am 2. September 2026 statt. Die Nachfrageberichte im Oktober betreffen also ein bereits vorgestelltes Fahrzeug.
Am 1. Oktober 2026 begann in Japan die Annahme von Vorbestellungen.
Am 28. Oktober waren es rund 5.500.
Am 29. Oktober veröffentlichte Mitsubishi die Zahl und den Verkaufsstart.
Am 17. Dezember 2026 soll der Pajero bei japanischen Händlern in den Verkauf kommen.
Was die Zahl 5.500 aussagt
Es sind Vorbestellungen, keine 5.500 ausgelieferten Fahrzeuge. Die Mitteilung nennt weder erfüllte Bestellungen noch spätere Stornierungen. Die Zahl zeigt Interesse in der Bestellphase, nicht die tatsächlichen Auslieferungen.
Laut Mitsubishi übersteigen die Bestellungen bereits den Verkaufsplan für das Geschäftsjahr 2026. Es läuft von April 2026 bis März 2027 und entspricht nicht dem Kalenderjahr.
Die wichtigste Änderung: Aufbau und Hinterachse
Die dritte und vierte Pajero-Generation nutzten eine selbsttragende Karosserie mit integriertem Rahmen und Einzelradaufhängung. Das neue Modell hat einen Leiterrahmen und eine starre Hinterachse. Vorn bleibt die unabhängige Doppelquerlenkeraufhängung, hinten kommt eine neue Fünflenkeraufhängung hinzu.

Das ist eine erhebliche konstruktive Änderung. Bei Einzelradaufhängung können sich die Hinterräder getrennt relativ zur Karosserie bewegen; eine Starrachse verbindet sie durch einen gemeinsamen Träger. Allein daraus folgt nicht, dass der neue Pajero komfortabler oder geländegängiger ist: Auch Abstimmung, Federwege und Reifen zählen.
Mitsubishi nennt hochfesten Stahl sowie geänderte Querschnitte und Querträger als Gründe für eine höhere Rahmensteifigkeit. Verstärkte Karosserielager sollen Vibrationen auf Unebenheiten verringern. Das sind Angaben des Herstellers, keine Ergebnisse eines Vergleichstests der Generationen.
2,4-Liter-Diesel und acht Gänge: die Daten
Für Japan nennt Mitsubishi einen Vierzylinder-Turbodiesel mit 150 kW, rund 204 metrischen PS. Das maximale Drehmoment von 480 Nm liegt zwischen 1.750 und 2.500 U/min an. Dazu kommt eine Achtgangautomatik mit Sportmodus.

Daten des neuen Pajero laut Mitsubishi | |
|---|---|
Merkmal | Herstellerangabe |
Motor | 2,4-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel |
Leistung | 150 kW bei 3.500 U/min |
Drehmoment | 480 Nm bei 1.750–2.500 U/min |
Getriebe | Achtgangautomatik |
Länge und Breite | 4.920 und 1.925 mm |
Höhe in Japan | 1.910 mm bei Super Exceed und Exceed; 1.900 mm bei GSR und GLS |
Radstand | 2.870 mm |
Bodenfreiheit | 230 mm bei der Version mit 20-Zoll-Rädern |
Böschungswinkel vorn / Rampenwinkel / hinten | 30,4° / 22,6° / 25,8° mit 20-Zoll-Rädern |
Sitzplätze | Sieben in drei Reihen |
Abmessungen, Ausstattung und einzelne Daten hängen von Markt und Version ab. Mitsubishi nennt für manche Spezifikationen 470 Nm. Die Motorwerte hier gelten für Japan; Bodenfreiheit und Winkel lassen sich nicht automatisch auf alle Varianten übertragen.
Super Select: die vier Stellungen
In der technischen Beschreibung des japanischen Pajero nennt Mitsubishi vier Modi für Super Select 4WD-II:
2H: Hinterradantrieb.
4H: permanenter Allradantrieb.
4HLc: Allrad mit gesperrtem Mittendifferenzial.
4LLc: Allrad mit gesperrtem Mittendifferenzial und Untersetzung.
4H und 4HLc sind unterschiedliche Modi. In 4H erlaubt das Mittendifferenzial unterschiedliche Drehzahlen der Achsen, in 4HLc ist es gesperrt. Das ist bei der Wahl für den Untergrund wichtig: Die Sperre ersetzt den normalen Allradbetrieb nicht auf jeder Straße.

Warum gibt es vier und zugleich sieben Modi?
Die vier Super-Select-Stellungen bestimmen die Arbeitsweise des Antriebs. Daneben gibt es sieben Fahrprogramme: Normal, Eco, Gravel, Snow, Mud, Sand und Rock. Sie passen die Fahrzeugsteuerung an die Bedingungen an. Snow oder Mud aktiviert nicht automatisch die Untersetzung; dafür ist 4LLc vorgesehen.
S-AWC bündelt Fahrdynamikregelungen. Dazu gehören AYC, das zur Verteilung der Traktion zwischen den Rädern auf die Vorderbremsen wirkt, die Stabilitäts- und Traktionskontrolle ASTC sowie ABS.
Sieben Plätze und das Multi Meter kehrt zurück
Die zweite Sitzreihe lässt sich längs um 150 mm verschieben und für den Zugang nach hinten umklappen. So kann der Platz zwischen den Insassen der zweiten und dritten Reihe verteilt werden. Wie bequem ein Erwachsener hinten sitzt, lässt sich aus sieben Plätzen allein nicht ableiten.

Das Besitzern älterer Pajero bekannte Zusatzinstrument kehrt digital zurück. Das Multi Meter zeigt Höhe, Kompassrichtung, Temperatur und Neigungswinkel. Eine Kamera zeigt zudem den vom Motorhaubenblick verdeckten Bereich unter der Fahrzeugfront. Laut Mitsubishi kann diese Ansicht in 4HLc und 4LLc automatisch erscheinen.
Preise in Japan und Pläne für andere Märkte
Die japanische Preisliste vom 29. Oktober 2026 nennt vier Ausstattungen: GLS kostet 6.193.000 Yen, GSR 6.765.000, Exceed 6.930.000 und Super Exceed 7.950.800. Die Beträge enthalten die japanische Verbrauchsteuer von zehn Prozent; Zulassung, Versicherung und weitere genannte Kosten kommen hinzu.
Das sind Preise für Japan. Sie entsprechen nicht den Kosten nach Export, Transport und Abfertigung in einem anderen Land. Japanische Super Exceed und Exceed haben 20-Zoll-Räder, GSR und GLS 18-Zoll-Räder: Die Unterschiede betreffen mehr als die Innenausstattung.
Der neue Pajero wird in Thailand gebaut. Im September kündigte Mitsubishi an, das Modell ab dem Geschäftsjahr 2027 schrittweise in rund 100 Märkten einzuführen, darunter ASEAN-Länder, Lateinamerika und der Nahe Osten. Termine und Preise für Europa nennen die geprüften offiziellen Unterlagen nicht. Außerhalb Japans bleiben zwei Fragen: Kommt das Modell auf den jeweiligen Markt, und in welcher Spezifikation?









