
Häufig gestellte Fragen
Mercedes-Benz erwägt dafür Bremsleuchten, Warnsymbole und Informationen zur Verkehrslage, die nachfolgende Fahrer sehen können.
Nein. Dank der optischen HOE-Elemente sind die Inhalte nur aus bestimmten Blickwinkeln sichtbar: Der Fahrer sieht das Bild vor dem Beifahrer nicht, und der Beifahrer sieht das Bild vor dem Fahrer nicht.
Stand 5. November 2026 hat Mercedes-Benz weder einen Termin für den Serienstart noch eine Modellliste oder einen Preis für diese Technologien bekannt gegeben.
Am 3. November 2026 berichtete Mercedes-Benz über die Entwicklung zweier Systeme zur Informationsdarstellung auf Fahrzeugscheiben. Das eine soll Verkehrsteilnehmer außerhalb des Fahrzeugs warnen, das andere Navigation und weitere Inhalte für Fahrer und Beifahrer anzeigen. Beide Systeme sollen Bilder nur bei Bedarf darstellen und ansonsten nahezu unsichtbar bleiben.
Es handelt sich um Forschungsprojekte und nicht um verfügbare Optionen eines Serienmodells. Ihr Aufbau ist jedoch bereits detailliert genug beschrieben, um zu verstehen, wem Mercedes-Benz welche Informationen anzeigen will.
Heckscheibe: Warnungen für nachfolgende Fahrzeuge
Das System Intelligent Display in Glass nutzt LED-Elemente, die in eine Verbundglasscheibe integriert sind. Das Bild entsteht direkt innerhalb der Scheibenstruktur. Im ausgeschalteten Zustand bleiben die Elemente nahezu unsichtbar.
Mercedes-Benz erwägt zwei Varianten: Mini LED für größere Flächen wie die Heckscheibe und Micro LED für kleinere Bereiche mit detaillierterer Grafik. Zu den genannten Anwendungen gehören Bremsleuchten, Warnsymbole und Informationen zur Verkehrslage für nachfolgende Fahrer.

Was der Fahrer des benachbarten Fahrzeugs sehen soll
Der Zweck des Außendisplays besteht darin, Informationen an Personen außerhalb des Fahrzeugs zu übermitteln. Das gezeigte Warnsymbol erklärt allerdings noch nicht, wie das Fahrzeug eine Gefahr erkennen soll: Welche Sensoren verwendet werden, nach welchen Regeln Meldungen ausgewählt werden und unter welchen Bedingungen sie aktiviert werden, hat Mercedes-Benz in der Ankündigung nicht erläutert.
Frontscheibe: ein eigenes Bild für jeden vorderen Sitzplatz
Die zweite Entwicklung heißt Holographic Display. Ein Projektor im Armaturenbrett lenkt Licht auf eine transparente Folie im Inneren der Frontscheibe. Diese Folie enthält holografische optische Elemente – HOE, die Licht bestimmter Wellenlängen selektiv reflektieren.

Laut der technischen Beschreibung von Mercedes-Benz ermöglicht diese Lichtsteuerung, dass das Bild auch bei Sonneneinstrahlung sichtbar bleibt. Die Inhalte sind dabei nur aus bestimmten Blickwinkeln zu sehen: Der Fahrer sieht das Bild vor dem Beifahrer nicht, und der Beifahrer sieht das Bild vor dem Fahrer nicht.
Als mögliche Anwendungen nennt das Unternehmen Navigation, Fahrdaten, Informationen zu interessanten Orten, Videoanrufe und Filme. Konkrete Modi für die Fahrt und den Stand sind bisher nicht beschrieben. Aus der Ankündigung lässt sich daher nicht ableiten, dass dem Fahrer alle diese Funktionen während der Fahrt zur Verfügung stehen werden.
Warum „holografisch“ nicht bedeutet, dass ein Bild in der Luft schwebt
Das beschriebene System besteht aus einem Projektor, der Frontscheibe und einer speziellen optischen Folie. Der Begriff bezieht sich auf die Elemente, die die Reflexion des Lichts steuern. Eine frei schwebende dreidimensionale Figur vor dem Fahrer kündigt Mercedes-Benz bei diesem Projekt nicht an.

Wer was sehen kann
Von Mercedes-Benz beschriebene Szenarien | ||
Für wen | Wo die Information erscheint | Mögliche Inhalte |
|---|---|---|
Fahrer | Projektionsbereich auf der Frontscheibe | Navigation und Fahrdaten |
Beifahrer | Separater Bereich mit einem anderen Blickwinkel | Informationen und Unterhaltungsinhalte |
Nachfolgende Fahrer | LED-Elemente in der Heckscheibe | Warnsymbole und Verkehrsinformationen |
Der Unterschied zum herkömmlichen Head-up-Display
Eine Projektion vor dem Fahrer wird bereits in serienmäßigen Mercedes-Benz Fahrzeugen eingesetzt. Im offiziellen Handbuch der C-Klasse im Abschnitt zum Head-up-Display werden beispielsweise Navigationshinweise, die Geschwindigkeit und erkannte Verkehrszeichen aufgeführt. Dort wird außerdem darauf hingewiesen, dass Sitzposition, Beleuchtung und polarisierte Brillen die Sichtbarkeit beeinflussen.
Das neue Projekt erweitert die Funktion der Frontscheibe: Mercedes-Benz erwägt separate Inhalte für die beiden vorderen Sitzplätze. Helligkeit, Auflösung, Größe der Anzeigebereiche und Ergebnisse von Tests mit verschiedenen Brillen wurden für das Holographic Display jedoch noch nicht veröffentlicht. Die technischen Daten des bestehenden HUD lassen sich daher nicht darauf übertragen.

Wann solche Scheiben erhältlich sein werden
Stand 5. November 2026 gibt es in den geprüften offiziellen Unterlagen kein Datum für den Serienstart, keine Liste der Modelle und keinen Preis. Offen sind außerdem Fragen, die für die Nutzung im Alltag entscheidend sein werden:
Welche Meldungen auf den verschiedenen Märkten außen angezeigt werden dürfen.
Wie Unterhaltungsfunktionen während der Fahrt eingeschränkt werden.
Wie viel der Austausch einer Scheibe mit integrierten Elementen kosten wird.
Ob nach dem Austausch eine separate Kalibrierung des Displays erforderlich sein wird.
Für Käufer ist das derzeit ein Grund, die künftige Ausstattung im Blick zu behalten, nicht aber eine neue Funktion im Konfigurator zu suchen. Bei der Auswahl eines bereits erhältlichen Fahrzeugs bedeutet ein herkömmliches Head-up-Display nicht, dass es auch über ein Holographic Display oder LED-Warnungen in der Heckscheibe verfügt.









